Von einer Sekunde auf die andere hämmert das Herz los, als wären Sie gerade einen Sprint gelaufen – dabei sitzen Sie nur am Schreibtisch. Herzrasen gehört zu den Beschwerden, die am meisten Angst machen, und genau diese Angst treibt den Puls oft noch weiter. Die beruhigende Wahrheit: Viele Formen sind gutartig. Entscheidend ist, die Muster zu kennen – und die Situationen, in denen Herzrasen ernst genommen werden muss.
Das Wichtigste in Kürze
- Von Herzrasen spricht man ab etwa 100 Schlägen pro Minute in Ruhe.
- Häufige harmlose Auslöser: Stress und Angst, Koffein, Energydrinks, Alkohol, Nikotin, Fieber, Schlafmangel.
- Auch Schilddrüsenüberfunktion, Blutarmut und Flüssigkeitsmangel treiben den Puls.
- Anfallsartiges Herzrasen mit plötzlichem Start und Stopp spricht für eine Rhythmusstörung – gut behandelbar, aber abklärungsbedürftig.
- Herzrasen mit Brustschmerz, Atemnot oder Ohnmacht ist ein Notfall.
Die häufigen, gutartigen Auslöser
Das Herz ist ein ehrlicher Verstärker des Alltags: Aufregung, Ärger und Angst schütten Stresshormone aus, Koffein und Energydrinks wirken direkt aufs Reizleitungssystem, Alkohol macht sich gerne in der Nacht danach als „Holiday Heart" bemerkbar, und wer zu wenig trinkt oder fiebert, dessen Herz schlägt schneller, um den Kreislauf zu halten. Charakteristisch für diese Formen: Der Puls steigt eher allmählich und beruhigt sich mit dem Auslöser wieder. Auch die Panikattacke gehört hierher – Herzrasen, Enge, Todesangst über 10 bis 30 Minuten, so real und quälend, dass die Abgrenzung zum Herznotfall im Erstfall immer ärztlich erfolgen sollte.
Wenn das Herz aus dem Takt gerät
Anders das anfallsartige Herzrasen aus heiterem Himmel: Es beginnt schlagartig „wie ein Schalter", rast mit 150 bis 220 Schlägen und endet oft ebenso abrupt – typisch für gutartige Reizleitungsstörungen (AV-Knoten-Reentry-Tachykardien), die vor allem jüngere Menschen treffen und heute sehr gut behandelbar sind. Beim Vorhofflimmern dagegen schlägt das Herz schnell und unregelmäßig „wie ein Sack Flöhe" – es ist die häufigste anhaltende Rhythmusstörung ab der Lebensmitte und wichtig zu erkennen, weil unbehandelt das Schlaganfallrisiko steigt. Faustregel: Plötzlicher Start und Stopp sowie Unregelmäßigkeit sind die zwei Muster, die ins EKG gehören.
Rufen Sie sofort den Notruf, wenn Herzrasen zusammen mit folgenden Zeichen auftritt:
- Druck, Enge oder Schmerzen in der Brust
- Atemnot oder Kaltschweiß
- Ohnmacht, Beinahe-Ohnmacht oder starkem Schwindel
- Bekannter Herzerkrankung und anhaltendem schnellem Puls
Diese Kombinationen dulden keinen Aufschub:
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